Das Web und das Klima

Das Thema Klimakrise und Erderwärmung sowie die Dringlichkeit, etwas dagegen zu tun, sollte inzwischen (eigentlich) bei allen angekommen sein. Doch was hat das Internet, oder genauer, das Web, mit dem Klima zu tun? Wir haben Simon zu dem Thema interviewt, mit dem er sich seit einigen Jahren genauer auseinandersetzt.

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Simon Kraft
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Florian Brinkmann
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Christopher Kurth

Warum ist das Thema Web und Klima wichtig?

  • Das Internet trägt stark zum globalen Energieverbrauch bei (2016 10 Prozent der globalen Energieproduktion verbraucht, bis 2030 eventuell 20 Prozent oder mehr).
  • Die Nutzung des Internets wird in Zukunft weiter steigen, Websites werden im Schnitt immer »größer«, das heißt, die Menge übertragener Daten pro Website-Aufruf wird mehr.
  • Jeder Aufruf einer Website verbraucht Energie und setzt CO₂ frei.

Was kann ich als Website-Betreiber*in tun, um den Energieverbrauch beim Aufruf meiner Site zu verringern?

  • Guter erster Schritt: Speedtest laufen lassen um zu gucken, wie viele Dateien übertragen werden, wie groß sie sind und welche Art Dateien es sind.
  • Oft werden relativ viele Bilder und recht viel JavaScript übertragen, gefolgt von weniger CSS und wenig HTML.
  • Der meist einfachste Weg zu besserer Performance ist die Optimierung der Bilder.
  • Auch kleine Optimierungen machen bei vielbesuchten Websites auf längere Sicht große Unterschiede. Eine EInsparung von 5 Kilobyte ergibt bei einer Millionen Aufrufe 5 Gigabyte, die nicht übertragen werden mussten.
  • Jedes einzelne Element auf der Website überprüfen, ob es wirklich notwendig ist.
    • Slider,
    • Videos,
    • Bilder,
  • System-Fonts nutzen.
  • Prüfen, ob Plugin-Assets nur auf Seiten geladen werden, auf denen das Plugin auch etwas tut (Contact Form 7 beispielsweise lädt standardmäßig auf jeder Seite CSS und JavaScript).
  • Nachhaltigen Webhoster nutzen.
    • Hoster sollte Ökostrom nutzen und nicht nur CO₂-Zertifikate kaufen.
    • Optimalerweise wird die Abwärme des Server-Betriebs beispielsweise zum Heizen genutzt.
    • The Green Web Foundation versucht eine Hilfestellung zu geben und nachhaltige Hoster aufzulisten. Allerdings sind Hoster, die nicht auf der Liste stehen, nicht automatisch nicht nachhaltig unterwegs, weil die Aufnahme auch auf Initiative der Hoster passiert. Im Zweifel: beim Hoster einfach mal nachfragen.

Fazit

  • Internet sicher nicht einziger Treiber der globalen Erwärmung, häufig bietet es die Möglichkeit, an anderer Stelle CO₂ einzusparen, beispielsweise Videokonferenz statt Reise zu Meetings.
  • Schön wäre, bewusster mit den Mitteln umzugehen, die wir haben, auch vermeintlich kleine und wenig besuchte Sites zu optimieren (und sei es nur als Übung).
  • Positiver Nebeneffekt neben dem geringeren Energieverbrauch: Websites werden schneller, was auch Google toll findet. Und eventuell wird Google zukünftig auch den CO₂-Ausstoß einer Website mit als Ranking-Faktor einbeziehen.
  • CO₂-Ausstoß einer Website (ungefähr) messen.

3 Kommentare

  1. Christian Klingler sagt:

    Mein Tipp für weniger Energieverbrauch: Autoplay für Videos auf der Website ausschalten

    1. Simon Kraft sagt:

      Hi Christian,
      Sehr gute Ergänzung, ich war mir sicher, wir hätten Videos erwähnt. In den aller meisten Fällen gehe ich bei Videos aber sogar noch einen Schritt weiter und entferne sie komplett – oder lade das iFrame eines eingebetteten Videos zumindest nicht ohne User-Interaktion.

  2. Matthias sagt:

    Hi,

    danke für die spannende Episode! Neben dem bereits verlinkten https://www.websitecarbon.com/-Tool existieren auch noch zwei weitere Tools, die ganz gute Anhaltspunkte für Optimierungen geben können:

    https://ecograder.com/
    https://digitalbeacon.co/

    VG!

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